In der Jugendentwicklung soll der Baum anwachsen, soll sich akklimatisieren. Wir sollten die Schnittmaßnahmen so setzen, dass eine kräftige Krone aufgebaut wird. Ist die Jugendphase abgeschlossen, beginnen die Bäume üblicherweise von selbst zu fruchten. Es gibt aber auch Bäume, die, um aus der Jugendphase herauszukommen, unsere Unterstützung brauchen. Optimal ernährte oder gar überdüngte Pflanzen neigen stärker dazu, nur zu wachsen.

Aus dem Arterhaltungstrieb heraus neigen alle Pflanzen zu baldigem Fruchtansatz, wenn ungünstige Wachstumsverhältnisse vorgetäuscht werden. Änderung der Düngung, entsprechende Schnittmaßnahmen und das Flachstellen der Äste hat sich da bewährt. Das Ringeln und das Anlegen eines Fruchtbarkeitsgürtels (Leder oder Gummi zulegen und mit Draht oder Metallklammern festdrehen) wird kaum noch gemacht, wohl aber das teilweise Abstechen der Wurzeln (maximal 1/3). Zuviel darf auf keinen Fall abgestochen werden, weil sonst die Baumernährung zu sehr gestört wird und womöglich bei einem Sturm der Baum umgerissen wird. Wenn der Baum aber reichlich blüht und nicht fruchtet, liegt die Ursache entweder in der falschen Düngung, am Standort oder manchmal auch am fehlenden Befruchtungspartner.