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Eintreffen der Sendung: Sofort nach Eintreffen der Pflanzen sollte man sie wässern, indem man sie mehrere Stunden mit den Wurzeln ins Wasser stellt oder zumindest mehrmals mit Wasser besprengt, denn speziell bei längerem Transport im Frühjahr ist das Wasserbedürfnis sehr groß.

Einschlagen: Wenn beim Eintreffen nicht gleich gepflanzt wird, müssen alle Bäume und Sträucher in feuchte Erde eingeschlagen werden (kleinen Graben machen, Wurzeln mit feuchter Erde gut bedecken, leicht antreten und gießen).

Bodenvorbereitung: Um allen Pflanzen ein richtiges Gedeihen zu sichern, soll der Boden entsprechend vorbereitet werden. Besonders bei lehmigem Boden ist eine Vermengung mit Sand und Kompost empfehlenswert. Keinen Frischmist, Torf oder Handelsdünger beimengen!

Die Pflanzgrube

Die Pflanzgrube soll mindestens das Doppelte des Wurzelkörpers betragen, meist 40-50 cm ausheben. Die Grubensohle wird nochmals aufgelockert. Ist die Pflanzgrube fertig ausgehoben, wird der Baumpfahl geschlagen. Er soll so lang sein, dass er gerade nicht in die Baumkrone hineinreicht. Die Erdschichten (luftliebende Bakterienschicht und luftabweisende Bakterienschicht) sollen nicht gemischt werden, sondern wieder auf dieselbe Stelle zurückkommen.

Der Wurzelschnitt

Kurz vor dem Setzen erfolgt der Wurzelschnitt. Alle stärkeren, schadhaften und geknickten Wurzeln müssen mit einer Baumschere glatt und sauber eingekürzt werden.

Der Pflanzschnitt

Die Triebe werden etwa um die Hälfte bis ein Drittel zurückgenommen, so dass sie alle auf gleicher Höhe (Saftwaage) stehen, nur der Mitteltrieb bleibt länger. Die junge Krone soll aus 3 bis 5 Seitentrieben bestehen, alles übrige fällt der Schere zum Opfer. Das oberste Auge an jedem Trieb muss nach außen zeigen. Im Herbst gepflanzte Obstgehölze erhalten ihren ersten Schnitt am besten erst im Frühjahr (Frost). Die Kronenleitäste sollten möglichst gleichmäßig um den Mitteltrieb platziert sein. Solange der Baum noch jung ist, lassen sich die Kronenäste zB durch Spreizen oder Herunterbinden in die richtige Stellung bringen.

Die Pflanzung

Damit keine Hohlräume entstehen, wird von Hand die feinkrümelige Erde zwischen den Wurzeln verteilt. Gleichzeitig wird der Baum auf die richtige Höhe gezogen bzw. durch leichtes Rütteln gehoben. Ist es bei den Rosen wichtig, dass die Veredlungsstelle unter die Erde kommt, so ist es bei den Obstbäumen genau umgekehrt. Hier muss die Veredlungsstelle über der Erde sein. Sobald der Baum in der richtigen Höhe steht, wird die Baumgrube zur Hälfte mit Erde gefüllt. Der Baum wird nun mit viel Wasser eingeschlämmt. Sobald das Wasser versickert ist, wird die restliche Erde zu einer muldenförmigen Baumscheibe aufgefüllt, leicht angetreten und gewässert. Die Rasenziegel werden mit dem Rasen nach unten aufgelegt, um ein Austrocknen zu vermeiden. Falls nötig, wird der Baumpfahl auf die richtige Länge (knapp unter der Krone) abgeschnitten, und der Baum mit einem breiten Band mit einer Achtererschlinge angebunden. Gegen Rehbock und Hasen nach der Pflanzung einzäunen. Lageplan oder Skizze anfertigen und gut aufbewahren.

Der Kronenaufbau

Im Sommer nach der Pflanzung haben die Augen auf die die Triebe zurückgeschnitten wurden, Verlängerungstriebe der Kronenäste ausgebildet. Diese Triebe lässt man unbehandelt weiterwachsen. Alle übrigen Langtriebe werden flach nach unten gebunden, um für das kommende Jahr Blütenknospen anzusetzen.

Der erste Winterschnitt erfolgt zum Winterausklang. Die Verlängerungstriebe der Kronenleitäste werden nach dem gleichen Schnittprinzip wie beim Pflanzschnitt auf ein außenstehendes Auge, etwa ein Drittel bis zur Hälfte, zurückgeschnitten. Der Mitteltrieb bleibt wieder um ungefähr 20 cm länger. Die im Sommer heruntergebundenen Zweige sind nun schon soweit verholzt, dass die Schnüre entfernt werden können. Diese Zweige haben Blütenknospen ausgebildet und dürfen jetzt nicht geschnitten werden.

Im Sommer des zweiten Standjahres ist der Austrieb durch den starken Rückschnitt der Kronenäste und auch dadurch, dass der Baum nun schon über ein größeres Wurzelsystem verfügt, wesentlich kräftiger. Die Verlängerungstriebe der Leitäste bleiben wieder unbehandelt, ebenso der nächste, nach außen stehende Trieb – aus ihm wird ein Fruchtast gebildet.
Alle Triebe die ins Kroneninnere wachsen, die sich kreuzen, reiben und konkurrenzieren, werden herausgeschnitten. Alle anderen Triebe werden wieder heruntergebunden.

Zum Winterausklang des zweiten Standjahres werden die Verlängerungstriebe der Kronenleitäste wieder möglichst gleichhoch eingekürzt. Der Verlängerungstrieb des Mitteltriebes wird nach wie vor so geschnitten, dass er über der Saftwaage steht. Die heruntergebundenen Triebe sind nun soweit verholzt, dass die Schnüre entfernt werden können.

Die Schneide- und Pflegearbeiten wiederholen sich nun Jahr für Jahr nach diesem Schema
Der jeweilige Jahreszuwachs der Kronenleitäste wird im Winter gleichmäßig auf ein außenstehendes Auge eingekürzt, wo auf die Saftwaage zu achten ist.
Der Mittelbetrieb bleibt zur Erhaltung des Dachwinkels etwas länger – je steiler der Dachwinkel, desto stärker das Wachstum. Später, wenn der Baum schon ausgewachsen ist, wird der Winkel flacher gehalten und der Baum im Wachstum gebremst. Alle Seitentriebe des Mitteltriebs werden flachgebunden.
Der jeweils erste, unterhalb des Verlängerungstriebes eines Kronenleitastes nach außen wachsende, als Fruchtholz vorgesehene Trieb, wird stärker als der Verlängerungstrieb zurückgeschnitten.
Alle nach innen wachsenden, sich reibenden, kreuzenden oder konkurrenzierenden Triebe werden herausgeschnitten. Oberster Grundsatz bei allen Schnittmaßnahmen ist, alles zu tun, um eine lockere, luftige und helle aber nicht kahle Krone zu erhalten.
Für den Kronenaufbau nicht benötigte Langtriebe werden flachgebunden. Sobald die Triebe verholzt sind, werden die Schnüre bzw. anderen Hilfsmittel zum Herunterbinden entfernt.
Regelmäßige Kontrolle nach Wühlmäusen durchführen und am besten mit Wühlmausklappfalle fangen.